Betreuungsweisung

§10 (1) Nr.5 JGG

Die Betreuungsweisung ist eine vom Jugendgericht angeordnete Weisung von 6 – 12 Monaten Dauer. In dieser Zeit soll der junge Mensch mit Unterstützung, Beratung und pädagogischer Anleitung durch den Jugendhilfeverein NF lernen, konfliktfrei, verantwortungsbewusst und zielgerichtet sein Leben selbständig zu führen. Die Arbeit im Einzelnen orientiert sich an der individuellen Disposition der Jugendlichen/jungen Erwachsenen. Ihr lebensgeschichtlicher Hintergrund kennt häufig zerrüttete Familienverhältnisse, unzureichende Schulbildung, Drogen, Arbeitslosigkeit und oftmals hoher Verschuldung, Radikalismus und ein hohes Maß an Gewaltpotential. Im Rahmen der Hilfemaßnahme werden Klienten-, ressourcen- und lösungsorientiert aktuelle Probleme und Ziele erfasst und bearbeitet. Voraussetzung für den Erfolg ist die Vertrauensbasis zwischen dem Probanden und der betreuenden Person. Konkret heißt das Hilfe durch:

  • Hausbesuche
  • gemeinsame Ämterbesuche
  • Entwicklung schulischer und beruflicher Perspektiven
  • Unterstützung bei der Ausbildungs- und Arbeitssuche
  • Kontaktaufnahme zur Schule und zum Arbeitgeber
  • Elterngespräche
  • Hilfestellung bei der Erfüllung von Auflagen und deren Kontrolle
  • Krisenintervention
  • Wohnungssuche
  • Schuldenregulierung
  • Suche nach geeigneter therapeutischer Unterstützung
  • Kontakt zu Hilfeeinrichtungen bei bestehender Suchtproblematik oder psychischer Erkrankung 

Die Betreuungsweisung ist rechtlich gesehen eine Sanktionsform, wobei der helfende Aspekt die Grundintention widerspiegelt.