Soziales Training

§10 (1) Nr.6 JGG

Soziale Trainingskurse sind ebenfalls eine vom Jugendgericht angeordnete erzieherische Maßnahme und können selbständig oder im Rahmen einer Betreuungsweisung durchgeführt werden. Hauptziel des Trainings ist die Erweiterung der sozialen Kompetenz der Teilnehmer/lnnen. Erfolgversprechende Gruppenarbeit ist aber nur dann möglich, wenn die Bereitschaft zur Teilnahme und die Motivation zur Auseinandersetzung mit der eigenen Person vorhanden sind.

Die Konfrontation mit der Problematik findet themen-, handlungs- und/oder erlebnisorientiert statt. 

Über unterschiedliche Übungen in Einzel-, Paar- und Gruppenarbeit, Video unterstütztes Lernen, Rollenspiele und angeleitete Diskussionen sollen die Teilnehmer die für sie persönlich relevanten und gesellschaftlich bedeutsamen Folgen straffälligen Verhaltens erkennen lernen und sozial adäquate Handlungsweisen erlernen.                              

Methodische Elemente sind u.a. Einzelgespräche, angeleitete Gesprächsrunden, praktische Übungen zu bestimmten Fragestellungen, Medienarbeit, Visualisierungen, Interaktionspädagogische wie vertrauensbildende undgruppenstärkende Übungen, Körperübungen sowie handlungsorientiertes Arbeiten oder erlebnispädagogische Elemente.      

Themenorientierte Gruppenarbeit: z.B. Suchtmittelmissbrauch und Abhängigkeiten, Vorurteile und Diskriminierung, Aggression und Gewalt, Mobbing, Ausbildungssuche und Bewerbungstraining, Lebensplanung, Beziehungen und Freundschaften, Eigen- und Fremdwahrnehmung, Werte und Normen, Peergroups, Cyberkriminalität, Streitschlichtung, Schulabstinenz 

Handlungsorientierte Gruppenarbeit: z.B. Arbeiten mit Holz und Metall, Naturschutz- und Umweltprojekte, Kochkurse

Erlebnisorientierte Gruppenarbeit: z.B. Kanutouren, Segeln, Orientierungsmärsche und Trekkingtouren, Klettern

Es werden folgende Kurstypen angeboten:

  • Wochenendkurse (ein oder mehrere Wochenenden mit Vor- und Nachtreffen)
  • Dauerkurs (kontinuierlich für die Dauer von 3 bis 6 Monaten an Wochenenden und/oder in der Woche)

 Anti-Gewalt-Training (AGT)

Die unter Jugendlichen zunehmende Gewaltbereitschaft erfordert ein gezieltes Eingehen auf junge Gewalttäter. Hierauf reagiert der Jugendhilfeverein NF mit dem Angebot des Anti-Gewalt-Trainings (AGT).

Das AGT ist ein auf massiv gewalttätige Jugendliche und Heranwachsende zugeschnittenes Training, welches seinen grundsätzlichen Arbeitsauftrag darin sieht, für die Opfer an den Tätern zu arbeiten. Vorrangiges Ziel ist es, bei den Tätern eine  Opferempathie zu erzeugen. Hierfür ist es notwendig, dass die Teilnehmer/Innen lernen, die von ihnen ausgeübte Gewalttaten und ihre Auswirkungen aus Sicht seiner Opfer zu betrachten. Aufgrund entstandener Opferempathie soll eine Abkehr von der Gewalt bewirkt werden. Um den Jugendlichen/Heranwachsenden zu einem friedfertigen Lebensstil zu verhelfen, wird ihnen die Möglichkeit gegeben, in einer Gruppe ihr Verhältnis zur Gewalt zu reflektieren, Ursachen für die eigenen Gewaltbereitschaft kennen zu lernen und gewaltfreie Konfliktlösungen zu erproben.   

                                                                                                                                           

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